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Die 10 Gebote der sanften Hundeerziehung

Dieser Eintrag stammt von Bernd Meyer-Haberland Am 12.8.2009 @ 04:22 In Telepathie, Hunde, Zusatzeinkommen, Tierzentrum, Dillingen, Belohnung, Augsburg, Geld verdienen, Kinder, Junghund, Welpen, Raufer, Aggressionen, Dominanz, Angst, Erziehen | 1 Kommentar

...oder Ausbilden und Erziehen ohne Strafe

Liebe Welpeneltern, liebe Hundehalterinnen und -halter, liebe Hunde-Kollegen,
mein Name ist „Beljak“, richtiger: „House of white harmony’s Beljak“ und ich bin ein „Weißer Schweizer Schäferhundrüde“. Als ich die 10 Gebote der sanften Hundeerziehung in den PC diktierte, war ich fünf Jahre alt und zog gerade mit Sally und unseren „Hundeeltern“ Christine und Bernd einen Wurf kleiner Weißer auf.
Meine „Hundeeltern“ behaupten immer, ich wäre ein besonders wohlerzogener, ausgeglichener und lieber Begleit- und Familienhund. Das kommt aber nicht von ungefähr. Wie ich in der letzten Zeit beobachten konnte, wird schon bei der Aufzucht unseres Nachwuchses darauf geachtet, dass die Welpen -neben einer guten Sozialisierung- frühzeitig auf das Leben als Begleit- und Familienhund geprägt werden. Ich habe natürlich sehr viel dazu beigetragen und deswegen darf ich Ihnen, liebe Leser, einen kleinen Einblick in die sanften Erziehungsmethoden zum Begleit- und Familienhund gewähren. Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre viel Vergnügen und hoffe, dass sie bei der erfolgreichen Aufzucht Ihres Welpen oder der Erziehung Ihres Hundes dienlich ist.

  Ihr „House of white harmony’s Beljak“

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I. Nicht laut, nicht hart, nicht streng – nur konsequent!
Wir Hunde hören vier mal besser als ihr Menschen! Es gibt also keinen Grund, Kommandos laut zu schreien oder gar uns anzubrüllen, wie ich das schon so oft auf Hundeübungsplätzen mitbekommen habe. Meine Menschen reden mit mir leise, haben deshalb für Notfälle immer noch etwas „Stimme“ in petto. Außerdem muss ich mich mehr um sie kümmern, damit ich die Kommandos mitbekomme. Wie reden Sie mit Ihrem Liebling �oder darf ich Du sagen?
Wir Hunde reagieren sehr feinfühlig auf Stimme. Mit der Stimme drückst du auch immer gleich etwas über deine Stimmung oder Laune aus. Je lauter du bist, desto mehr vibriert deine Stimme. Desto mehr verunsicherst du mich! Sprich also bitte leise, gib die Kommandos so, als ob du dich mit deinem besten Menschenfreund unterhältst.
Meine Menschen haben mir erzählt, dass man bei der Hundeerziehung weder hart noch streng sein muss -nur

KONSEQUENT !

Konsequenz wird wohl sehr oft mit Härte oder Strenge verwechselt. Konsequenz bedeutet jedoch Dauerhaftigkeit, Beharrlichkeit, Entschlossenheit, Stetigkeit und vor allem Festhalten an Regeln. Deinen Kindern kannst du erklären, dass heute mal eine Ausnahme gemacht wird, mir leider nicht!
Mein Bruder „Banjuk“ muss sich zum Beispiel vor dem Fressen immer hinlegen, da er sehr stürmisch war. Auch wenn seine Hundeeltern in Eile waren, mussten sie sich die Zeit nehmen, dass er sich hinlegen konnte. Ich darf z.B. nicht einfach auf die Straße laufen und muss an der Gehwegkante anhalten. Da achte ich vor allem auch dann darauf, wenn meinem Chef die Zeit unter den Nägeln brennt. Auch beim Kommando „Platz“ ist es mir egal, ob ich zufällig über einer Pfütze stehe. Wenn es klappt, muss er mich zur Strafe nachher abtrocknen! Er hätte sich vorher Gedanken machen können. Denn ich mache in der Pfütze Platz!

Nicht hart und nicht streng bedeutet jedoch nicht, dass du uns Hunden alles durchgehen lassen sollst -ganz im Gegenteil:

Du bist der Chef!

Das ist bei uns im Rudel auch so. Außer unseren Hundeeltern und ab und zu Lars hat keiner sonst aus dem Rudel was zu melden. Das ist auch gut so. Als Boss solltest du mir immer sagen, wo es lang geht! Denn wir Hunde brauchen einen Rudelführer. Wir fühlen uns -mit wenigen Ausnahmen (z.B. Herdenschutzhunde)- ohne Anleitung und Richtungsvorgaben nicht wohl. Es ist ähnlich wie in der Kindererziehung: nicht umsonst ist die antiautoritäre Erziehung so kläglich gescheitert. Insbesondere im Zusammenhang mit Erziehung und Ausbildung möchten wir wissen, wann und wo wir schlafen, trinken, fressen, spielen oder wo wir hinlaufen dürfen. Wenn du das nicht willst, hättest du dir lieber eine Katze zulegen sollen.

II. Kommandos kurz und prägnant!
Wir Hunde nehmen von eurer Sprache nur die erste, vielleicht noch die ersten beiden Silben wahr. Wenn du mir nun sagst: „Beljak-mach-bitte-schön-Platz“, dann kommt bei mir „Beljak“; wenn du viel Glück hast vielleicht noch „Beljak-mach“ an. Bei: „Beljak-komm-bitte-zu-Frauchen“: ebenfalls nur „Beljak“. Und bei beiden „Beljak’s“ soll ich wissen, was ich machen soll?!
Vermeide bitte Bindewörter wie „und“: „Komm-hier-und-Sitz“. Die machen mir das Leben zur Hölle -was gilt da eigentlich? Oder noch schlimmer sind die Aneinanderreihung von widersprüchlichen Kommandos oder das Erzählen von Romanen nach dem Motto viel hilft viel: „Und-da-kommscht-du-jetzt-her-und-sofort-aber-Platz-Fiffi“. Das kommt mir aber sehr als spanisch vor. Das Kommando heißt entweder „Hier“ oder „Platz“. Damit kann ich, wenn es mir richtig vermittelt wurde, auch etwas anfangen. Mach es mir nicht schwerer, als es bereits ist. Bedenke immer, dass ich die Bedeutung eurer Sprache nicht verstehe. Für mich sind lediglich die Laute (das Tonvolumen) bedeutsam und ich verbinden sie mit ihrer Körpersprache oder mit etwas bereits „Einstudiertem“.
Sei so gut und machen eine kleine Pause zwischen „Beljak“ und dem anschließenden Kommando. Dadurch kann ich mich auf das neue Kommando konzentrieren. Der Ruf meines Hundenamens sollte wirklich nur die Aufgabe haben, dass ich auf dich aufmerksam werde und darauf warte, welches Kommando nun kommt.
Versuch’s mal mit Gemütlichkeit …. nein, nein! natürlich: … Versuch’s mal mit verschiedenen Stimmlagen nach mir zu rufen -hoch oder tief-. Wirscht’s sehen, hohe Tonlagen sind für mich immer interessanter! Und dann erzählen mir die Leute, dass die Hunde deshalb besser auf Männer hören, weil sie eine tiefe Stimme haben. Mein „Männchen“ hört sich manchmal wie ein Eunuch an –aber es wirkt und nicht nur bei mir!
Meine Freundin „Baghira“ hat Schlappohren und wenn die beim Ruf: „Baghira“ Stehohren bekommt, dann hat ihr Frauchen die richtige Tonlage erwischt. Die sollte sie sich unbedingt merken!
Wegen der Sprachschwierigkeiten mit euch Menschen bin ich für ein zusätzliches Sichtzeichen neben dem Kommando (Hörzeichen) als Hilfestellung sehr dankbar. Ich habe auch nichts dagegen, wenn ihr als für „Sitz“ den „deutschen Autofahrergruß“ verwendet. Später habt’s ihr dann auch die Möglichkeit, mich ausschließlich über Sichtzeichen zu steuern (ihr müsst deshalb aber nicht gleich zum Hundeflüsterer werden). Sichtzeichen werden von mir viel schneller erfasst und leichter verstanden und sie prägen sich besser ein. Das können wir bereits bei meinen Welpen beobachten. Wenn du ihnen etwas Futter hinhältst, setzen die sich immer gleich hin. Dann brauchst du nur noch kurz vorher das Lautzeichen „Sitz“ zu geben. Und schon haben wir etwas gelernt. Nur nicht vergessen, am Anfang gleich wieder vom Kommando „Sitz“ zu befreien (z.B. mit Kommando „Lauf“), sonst steht Klein Welpe von sich aus auf und du hast verloren. Weil er nämlich etwas entschieden hat und nicht du!
Später sind wir dann schon in der Lage, ganze Sätze durch die Körpersprache unserer Menschen zu interpretieren. Wie sonst könnten wir auf Kommandos in Englisch, Bajuwarisch oder Chinesisch reagieren? Bitte hilf mir. Verwende immer nur das gleiche Kommando. Und natürlich als Hilfestellung auch das Sichtzeichen nicht vergessen. Deswegen im Voraus für gleichlautende und prägnante Kommandos meinen herzlichsten Dank.
Vergiss dabei nicht, dass alle Familienmitglieder und alle die etwas mit mir zu tun haben, die gleichen Kommandos verwenden sollten!
Durch sehr häufiges Wiederholen sind wir Hunde in der Lage, aus umfangreichen Sätzen die richtigen Worte zu filtern. Wenn du immer sagst: „Geh ins Auto!“, wenn ich ins Auto springen soll, ist Auto für mich das Schlüsselwort. Falls du aber glaubst, dass ich bei dem Kommando: „Jetzt aber nicht ins Auto“ ich dennoch ins Auto springe, liegst du voll und ganz richtig. Jetzt weist du auch, warum man möglichst sich stark unterscheidende Worte als Kommando verwenden sollte.

IV. Ausführung sicherstellen!
Wenn ich gerade voll im Spiel mit anderen Artgenossen bin, hast du ganz schlechte Karten, wenn du mich zu dir rufen willst. Ich bin dann nämlich voll auf mein Spiel und meine Spielpartner konzentriert. Kannst du dir vorstellen, dass bei einem Fußball-Bundesligaspiel im Zweikampf jemand sich „abrufen“ lässt!? Also: nutze eine kleine Pause oder einen kleinen Blickkontakt mit dir. Wenn du meine Aufmerksamkeit nicht auf dich lenken kannst, dann darfst du rufen und schreien, soviel wie du willst. Ist doch klar: ohne Aufmerksamkeit kein Kommando -oder? Und Aufmerksamkeit erreichst du in normalen Situationen, indem du mich beim Namen rufst. Und dann muss, wie du weist, nach einer kurzen Pause auch das entsprechende Kommando „Hier“ kommen. Also zwar erst einmal „Beljak“ rufen, dann kleine Pause und dann das Kommando „Hier“, oder „Platz“ oder was weis ich.
Schlecht für dich, wenn ich überhaupt nicht auf dich achte und du mir dann trotz allem ein Kommando geben hast. Dann müsstest du auf der Ausführung bestehen. Wenn nicht, kassierst du erst einmal 20 Minuspunkte. Und eines weis ich g’wiss: bei 100 Minuspunkten fangen wir beide wieder von vorne an! Deshalb überleg immer vor einem Kommando oder dem Ruf nach mir: kannst du das Kommando überhaupt durchsetzen und hast du soviel Kontrolle über mich, dass ich folgen muss!? Wenn nein, halt halt’s Maul!! Lass mich weiter spielen oder …..
bei den Situationen, bei denen du mich unbedingt brauchst, gibt es vier Möglichkeiten für dich:

  •  Entweder du läufst zu mir, versuchst mich zu erwischen (hast mich vorher aber nicht gerufen!) und kannst mich festhalten.
  •  Oder du läufst weg, ich merke es und renne hinter dir her (geht nur bei sehr guten Halter-Hund-Bindungen).
  •  Ich bin früher mit dem Wort „Belohnung“ heiß gemacht worden. Das kann dann auch in solchen Situationen behilflich sein. Du kannst es ja mal mit Locken versuchen, in dem du rufst: „Beljak, Belohnung??“ Wenn ich dann auf „Belohnung“ nicht reagiere, hast du nichts verloren -ich nur die Belohnung.
  •  als Letztes hilft meinem Chef nur noch das „Indianergeheul“, um die Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Das schnell hinter einander gesprochene Ja-Ja-Ja (in Kopfstimme) -solltest du vorher in der Badewanne mal geübt haben!

V. Hilfsmittel Leine und Handling!
Zu Beginn unserer Ausbildung und Erziehung benötigst du ab und zu leider auch mal eine Leine. Diese sollte etwa zwei Meter lange sein. Mit ihr kannst du mich bei verschiedenen Übungseinheiten unterstützen, bei der wir um eine Leine nicht herum kommen (Sitz, Platz, Hier, Fuß). Ich hoffe, du nimmst die Leine nicht, um mich -wie bei den meisten Hundehaltern üblich- festzuhalten. Mir wäre es sehr recht, wenn du die Leine nur als Hilfsmittel einsetzt. Damit kann ich sehr gut leben.
Es ist auch nicht erforderlich, das Halsband so eng zu machen, dass ich den Kopf nicht herausziehen kann. Zwischen meinem Hals und dem Halsband darf ruhig eine Hand dazwischen passen. Ich kann dann gut durchatmen und schließlich soll ich ja eigentlich nicht merken, dass ich über die Leine in meiner Freiheit eingeschränkt bin.
Wie gehst du am besten mit der Leine um, damit wir beide etwas davon haben? Zieh nicht an dem Ding und zerr mich bitte nicht hinter dir her. Das Zauberwort heißt „Leinenruck“ oder vielleicht besser „Rückchen“!. Auf leichte, vielleicht auch mehrere Leinenrucke hintereinander, reagiere ich besonders gut. Und bitte mit alles G’fühl!
Grundsätzlich solltest du die Leine so führen, dass ich nicht auf Druck arbeiten kann. Also immer locker halten. Jedoch so „stramm“, dass du sofort reagieren kannst. Die Leine nicht 30 cm durchhängen lassen. Dann musst du beim Leinenruck den Arm um diese 30 cm noch zusätzlich zurück nehmen. Das kostet Zeit und die Reaktion kommt dann bei mir zu spät an! Die Leine solltest dt demnach so handhaben, dass du mich sofort über de Leinenruck erreichst.
Lass mich nie Druck auf die Leine bringen (wenn ich z.B. an der Leine ziehe). Kurz nachgeben und mit einem kleinem Ruck �ggfl. auch mehreren hintereinander- erreichst du wesentlich mehr. Beobachte einmal, wenn ich an der Leine ziehe und du sie nur festhältst. Sofort baue ich weiteren Gegendruck auf. Wenn hingegen mehrere kleine „Zupfer“ hintereinander kommen, hab ich gar keine Chance, Gegendruck aufzubauen und bleibe stehen. Denn bei dem Versuch, Gegendruck aufzubauen, ist dieser für mich bereits wieder verschwunden.
Am Anfang meiner Erziehung kommt es sicherlich häufiger vor, dass du mich mit der Leine halten musst. Dann stell dich am besten seitlich neben mich und dirigieren mich mit kleinem Ruck zu dich � nicht ziehen! Dass du die Leine richtig benutzt, siehst du daran, dass meine Vorderpfoten immer auf dem Boden bleiben.

VI. Übungseinheiten und Lob!
Lernen bedeutet Vermitteltes üben. Üben erfordert Konzentration. Aufnahmefähig sind wir aber nur, wenn wir noch ausreichende Konzentration hierzu haben. Je nach Rasse verfügen wir über eine mehr oder weniger große Aufnahmefähigkeit. Beobachte mich. Wann hört bei mir die Konzentration auf? Wann mache ich alles nur noch mit Widerwillen, stelle mich stur oder bin unaufmerksam. Stell dich darauf ein. Bei unseren „normalen“ Hunden solltest du nicht länger als zehn bis fünfzehn Minuten am Stück üben. Meist ist weniger mehr. Mache bitte ausreichend Pausen zwischen den Übungseinheiten und lass uns dann spielen, schmusen, rennen, Versteckspielen, Bällchen-werfen oder aber auch einfach ruhen.
Wichtig bei allen Übungen ist, dass du mich zum Schluss lobst. Wenn du also beim Sitz-Üben drei mal um mich herum gelaufen bist und ich zum Schluss noch sitze, dann darfst du mich loben und ich konnte dir beweisen, dass ich die Übung verstanden habe. Wenn du 20 mal um mich herum laufen wolltest, ich aber bei 19-ten Mal aufgestanden bin, hast du verloren und wir müssen wieder zurück aufs Startfeld. Also: lieber nur drei mal geschafft, als 20 mal gewollt!
Klopf mir, wenn ich etwas gut gemacht habe, anerkennend seitlich oder vorn auf den Brustkorb. Das macht mich dann richtig stolz. Und lob auch immer mit Worten „so ist ein braver Hund“ oder mit Belohnungshappen, wenn ich etwas besonders gut gemacht habe. Ich werde es mir merken.

VII. Timing und Reaktion 
Eines der wichtigsten Erziehungshilfen ist der richtige, zeitlich schnelle Reflex. Du musst sofort reagieren, wenn ich etwas mache, was du nicht willst.
Wenn ich das Brötchen vom Tisch geklaut habe und du es erst zwei oder fünf Minuten später feststellst, hilft kein Tadel. Ich kann das nicht zuordnen (wie du sicherlich weist -das Problem mit dem Verknüpfen). Du hast nur eine Chance, wenn du mich in flagranti erwischt. Wenn du zu spät tadelst und ich dein Verhalten nicht mit meinem Tun verbinden kann, werde ich dennoch mit einer Unterwerfungsgeste reagieren. Die mache ich jedoch nur, weil merke, dass du schlecht gelaunt und verunsichert bist. Lassen dich nicht täuschen! Ich hab nix verstanden.
Das gilt gleichfalls fürs Loben -gelobt werden muss sofort! Zehn Sekunden später die Bestätigung für ein richtiges Verhalten zu bekommen, wird bei mir keine Verknüpfung hervorrufen. Schnelle Reaktionen brauchst du, um mir das Verknüpfen zu erleichtern bzw. erst zu ermöglichen. Deshalb ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Timing, uns Hunde immer zu beobachten. Nur bei einer schnellen Reaktion sowie einer konsequenten Handhabung unterstützt du mich beim Lernerfolg. Und der Hinweis auf Falsch oder Richtig muss immer erfolgen!

VIII. Fehler und Tadel
Versuch und Irrtum sind die Quellen unseres Lernens. Das gilt für euch Menschen wie auch für uns Hunde! Du kannst meine Erziehung durch Loben und Korrekturhilfen jederzeit unterstützen. Wenn ich beim Üben dennoch weiterhin Fehler mache, dann hast du mir etwas Falsches vermittelt oder zu hohe Erwartungen an vermeintlich Gelerntes gestellt. Dann heißt es: zurück zur Startposition.
Wenn du dich dann auch noch darüber ärgerst, weil ich es immer noch nicht kapiert habe, kann das fatale Folgen haben. Du wirkst dann aggressiv, ärgerlich oder unsicher auf mich. Das muss auch mich verunsichern, denn obwohl ich ja aus meiner Sicht nichts verkehrt gemacht habe, muss ich deinen Ärger ertragen. Ich werde mir ganz sicher die Situation einprägen und in einer ähnlichen Konstellation oder an der gleichen Stelle (wir Hunde haben ein sehr ortsbezogenes und photografisches Gedächtnis) vorsichtshalber alles abblocken.
Also: wenn es nicht gleich klappt, mach mal Pause und üb lieber ein anderes mal und am besten an einen anderen Ort weiter.
Auch bei meiner Erziehung war Tadeln oder Zurechtweisen gefragt. Tadeln aber bitte mit G’fühl. Denk daran, im Nacken schütteln, das macht keine Hundemutter (wenn auch von vielen Haltern behauptet), Nase in Urin eintauchen auch nicht. Straf mich bitte nicht mit Ignoranz (nach dem Motto: Hascht überhaupt ’nen Hund?) oder schick mich auch nicht auf meinen Platz. Das sind nämlich die härtesten Strafen, die ich kenne. Leider nehme ich mir das dann auch sehr zu Herzen. Aber übertreib es bitte nicht. Liebesentzug und Ignoranz sind für mich als Sozialpartner wirklich die größten Bestrafungen, die ich kenne.

IX. Wir Hunde sind Telepathen!
Wie vieles nicht Beweisbares ist für euch Menschen nicht oder nur schwer begreifbar. Aber es gibt etliche Beispiele dafür, dass wir Hunde telepathische Fähigkeiten haben müssen (oder nennt es anders), dass wir also eure Gedanken lesen können. Und das hat weitreichendere Konsequenzen, als ihr glaubt!
Beispielsweise: mein Bruder „Clint“ mag (angeblich) keine anderen Hunde. Wie kam so etwas zustande? Frauchen und er beim abendlichen Spaziergang. In der Ferne kommt ihnen ein Hundehalter mit angeleintem Hund entgegen. „Oh Gott!!!!!“ denkt sein Frauchen aufgrund früherer Erfahrungen, ruft „Clint“ schnell zu sich und leint ihn an. Bei ihm kommt postwendend an: Achtung, Frauchen hat Angst! Folglich schaut „Clint“, was sich gegenüber der früheren Situation verändert hat: Ein Hund!! Da er Frauchens Angst wahrnimmt (könnte in dem Fall auch über Körpersprache erfolgt sein), möchte er sie verteidigen, wird entsprechend aggressiv und verbellt den „Angreifer“. Und so werden Hunde als Gefahrenquelle „konditioniert“.
Oder wie kommt es, dass du mich wegen eines Fehlverhaltens schimpfst und ich es dennoch mit Fleiß weiter so mache!? Nun, meine Handlung hatte dich anfangs innerlich zum Schmunzeln gebracht. Da ich dir gerne gefallen möchte und ich als Telepath gleich gemerkt habe, dass du es lustig findest, möchte ich natürlich weiterhin deine Aufmerksamkeit und deine Zuneigung. Warum also sollte ich mein Verhalten ändern?
Beobachte mich, wie ich auf deine Launen reagiere: bei Traurigkeit, bei Fröhlichkeit, bei Verärgerung oder Depressionen und so weiter und so fort …… sicher hast du schon davon gehört, dass Hunde (Therapiehunde) zum Beispiel Anfälle oder Unterzuckerungen anzeigen können. Deshalb könnten vielleicht auch wir uns, wenn du dich anstrengst, ohne direkte Anweisungen verstehen. Üb ruhig ein wenig und beachte meine Fähigkeiten bei deinem Verhalten.
Hierzu ein interessantes Buch von Rupert Shaldrake: [2] Der siebte Sinn der Tiere


X. Liebe und Mittelpunkt!
Es ist sicherlich wichtig, das du mir zeigst, dass du mich gern hast. Zeig mir ruhig, dass ich mir deiner Zuneigung sicher sein kann. Freunde von mir stehen absolut im Mittelpunkt ihrer Familie und nutzen das weidlich aus. Für viele Hunde ist die ungeteilte Aufmerksamkeit die größte Belohnung. Hier ist aber Vorsicht geboten. Manche verstehen es, auch durch negative Verhaltensweisen sich in den Mittelpunkt zu stellen. Man muss schon sehr darauf achten, wenn er es „übertreibt“. Vor allem Welpen und junge Hunde haben häufig das Bedürfnis, als Mittelpunkt der Familie anerkannt zu werden. Das solltest du jedoch nie akzeptieren, denn dann hast du deine Autorität an uns Vierbeiner abgebeben.
Deshalb gilt grundsätzlich:
§ 1) Der Chef hat immer recht! und
§ 2) Falls nicht, tritt automatisch § 1 in Kraft.
In diesem Sinne wünsche ich dir eine glückliche Hand, viel Geduld, Zuversicht und vor allem natürlich Erfolg bei der partnerschaftlichen Ausbildung und Erziehung deines Lieblings.

 Dein Beljak

Überreicht von
Ihrer Hundeschule Haberland
Hundeschule für gewaltfreie und partnerschaftliche Ausbildung von Hunden aller Rassen

Christine Haberland + Bernd Meyer-Haberland

 

 

I. Konsequenz
Nicht laut, nicht hart, nicht streng – nur KONSEQUENT!

II. Kommandos kurz
Kommandos bitte kurz und prägnant!

III. Kommandos gleichlautend
Für gleiche Ausführungen gleiche Kommandos verwenden!

IV. Ausführung gesichert?
Kommandos nur dann, wenn die Ausführung gesichert ist!

V. Hilfsmittel mit Bedacht einsetzen
Leine und Halsband nur als Hilfsmittel zur Korrektur!

VI. Üben und Loben
In kleinen Einheiten üben und mit Lob abschließen!

VII. Timing 
Schnelle Reaktion ist wichtig!

VIII. Fehler 
Fehler machen nicht wir Hunde!

IX. Telepathen 
Vorsicht: Hunde sind Telepathen (Gedankenleser)!

X. Liebe und Mittelpunkt
Lasst uns Hunde ab und zu auch im Mittelpunkt stehen!

 

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